Heilbad und Kurort

 

Die Vereinigung für Bäder- und Klimakunde e. V. (VBK; academy of balneology and climatology/ ABC) befasst sich als - in Bezug auf das Gründungsdatum 1878 ältester - deutscher kurortmedizinischer Fachverband sich mit allem, was gesundheitsorientierte Aufenthalte bis hin zu Spezialkuren angeht. Mit dem Sonderheft der VerbandsFACH-Zeitschrift HEILBAD UND KURORT 01-02/2006 wurde in einer Art Symposiumsband zusammengestellt, was unter seriöser Mediziner Kurortmedizin verstanden werden kann.

 

Das beginnt bei der Strukturqualität in staatlich anerkannten Heilbädern, in Kurorten mit spezieller Artbezeichnung und in Orten mit staatlich anerkannten Sonderformen von Kurbetrieben.

Es gehört dazu die Prozessqualität, gewährleistet insbesondere durch Ärztinnen und Ärzte mit der für die vorgenannten Kompetenzzentren exklusiven Zusatzbezeichnung „Kurarzt“ oder „Badearzt“.

Sie stellen individuell die Behandlungsprogramme in Form von Kurplänen auf, die dann durch speziell ausgebildete Therapeutinnen und Therapeuten realisiert werden mit ganz unterschiedlichen Zielsetzungen:

-                     zur Krankheitsbehandlung, besonders in der Anschluß-Heilbehandlung, und

-                     zur nachfolgender Rückbefähigung (Rehabilitation) von Erkrankten, um die Alltagsanforderungen zu bewältigen.

Vor allem ist die zahlenmäßige Domäne der Heilbäder und Kurorte zu nennen, d. h.

-                     die Tertiär-Prävention als Vorsorge vor Rückfällen oder der Verschlimmerung von degenerativen Krankheitsprozessen

Erfreulicherweise kommen Kurgäste im mittleren Lebensalter, die ihre Warnsignale von bestehenden Risikofaktoren ernst nehmen und dem Herzinfarkt, dem Schlaganfall, dem Knochenbruch nach Stürzen u. a. m. vorbeugen wollen, kommen

-                     zur Sekundärprävention für

in immer größerer Anzahl in die Heilobäder und Kurorte und müssen durch Health professionals angeleitet und betreut werden.

Die

-                     Primärprävention für Klein- und Schulkinder

wird vor allem in den reizstarken Meeres- und Hochgebirgs-Klimata praktiziert, leider nicht in dem Umfang, der angezeigt wäre.

 

Und wenn dem Circulus famosus der Medizinischen Kurens regelmäßig eine Verbesserung der Lebensqualität resultiert in einem vielfältig dokumentierten hohen Ausmaß, dann hängt diese Ergebnisqualität auch davon ab, ob es gelungen ist, die Kurgäste nicht nur gut zu behandeln, sondern auch zum eigenen Handels in Sachen Gesundheit zu animieren. Das gelingt unter den compliancefördernden Rahmenbedingungen von Heilbädern und Kurorten in einem Ausmaß, das immer wieder ungläubiges Staunen bei denen auslöst, die das Konzept von Kuren an sich wie auch die Heilbäder und Kurorte, in denen die Theorie in die Praxis umgesetzt wird, nicht von innen her kennen.

 

Mit diesem besonders umfangreichen Sonderheft sollen auch Personen angesprochen werden, die ein Gespür haben sollten für die Problematik chronischer Krankheiten. Es geht dabei nicht um Einschränkungen, die wie Akuterkrankungen Krankenhausaufenthalte oder strenge Bettruhe erzwingen würden. Aber die Betroffenen müssen mit gesundheitlichen und anderen Beeinträchtigungen der Lebensqualität fertig werden, die im ursprünglichen Wortsinne das „Leben schwer machen“. Kuren verhelfen als professionell angeleitete Intensivseminare in Sachen Gesundung und Gesunderhaltung“ zum besseren Umgang mit solchen Einschränkungen.

Wie unter Einbezug

·                    von kurörtlichen Heilquellen

·                    von Peloiden, speziell Moor,

·                    von Meeressole und Meeresklima (Thalasso-therapie)

·                    von besonderen Heilverfahren

o       KNEIPP

o       FELKE

o       SCHROTH

die Ziele

  1. „Kur vor Pflege“ für ältere oder
  2. „Kur vor Rente“ für jüngere Kurpatienten

erreicht wird, ist in diesem HuK-Heft komprimiert dargestellt.

 

Das Optimieren körpereigener Heilkräfte gelingt dabei nicht per se und ist nicht kostenfrei, sondern bedarf der sachkundigen Anleitung durch Profi´s auf diesem speziellen Fachgebiet. Das erklärt den Kurerfolg, über den vielfältig in wissenschaftlichen Arbeiten veröffentlicht wurde und wird, auch durch Publikationen in englisch-sprachigen Fachzeitschriften mit hohem internationalen Impact-Faktor. In dieser bislang bewusst deutschsprachigen

Verbandsfachzeitschrift HEILBAD UND KURORT,

die sich durch die einzigartige Interdisziplinarität gegenüber anderen Fachzeitschriften abhebt, wird auch über diesbezügliche Literaturbewertungsverfahren unter dem Stichwort EBM berichtet.